Rheinland-Pfalz

Bürger schätzen "Gemeindeschwester Plus"

Seit drei Jahren beraten Gemeindeschwestern in Rheinland-Pfalz zum Thema Pflege. Nun zieht die Gesundheitsministerin eine erste positive Bilanz.

Mainz. Gegen Vereinsamung im Alter und für eine möglichst lang währende Selbstständigkeit: Das vor knapp drei Jahren angelaufene Modellprojekt "Gemeindeschwester plus" zur präventiven Betreuung von alten Menschen, die noch keine Pflege brauchen, geht in seine Endphase. Am Mittwoch (16. Mai) stellte die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) den Evaluationsbericht der Universität Köln zum Projekt vor, das Ende 2018 seinen Abschluss findet - und spricht von einem "großen Gewinn". Dies zeigten besonders die positiven Rückmeldungen aus den Modellkommunen und von den Menschen selbst.

2,9 Millionen Euro hat das Sozialministerium insgesamt investiert. Unter anderem 18 Gemeindeschwestern wurden damit an 13 Pflegestützpunkten finanziert. Bei Hausbesuchen unterstützen sie die alten Menschen mit konkreten Angeboten zum Erhalt ihrer Selbstständigkeit. Ende 2018 läuft das Modellprojekt nun aus, die Art der Fortsetzung ist noch nicht komplett gesichert. Laut Bätzing-Lichtenthäler sind für 2019 und 2020 Finanzmittel eingeplant. Wie viel Geld konkret zur Verfügung gestellt werden kann, wollte die Sozialministerin nicht sagen. Ziel sei es, die "Gemeindeschwester plus" in den bestehenden Modellkommunen weiterzuführen und neue hinzuzunehmen.

Allerdings sieht Bätzing-Lichtenthäler auch die Kommunen und Pflegekassen in der Verantwortung. Das Projekt sei ein Weg, Pflege hinauszuzögern. "Und es ist eine Möglichkeit für die Pflegekassen, Geld zu sparen", erklärte die Ministerin. Deshalb müsse es im Sinne der Kassen sein, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Mit der VERAH hat der Deutsche Hausärzteverband eine speziell für die Hausarztpraxis und Bedürfnisse von Hausarztpatienten qualifizierte MFA initiiert. Inzwischen gibt es bundesweit bereits mehr als 10.000. Auch die VERAH unterstützen bei Hausbesuchen von Patienten. Künftig sollen sie via Tablet dabei noch besser an die Praxen angebunden werden.

(dpa/lrs)