Nordrhein-Westfalen

Regierung will für Masern-Impfungen werben

NRW-Gesundheitsminister Laumann will in Städten und Gemeinden mit niedrigen Impfquoten besser über Impfungen aufklären. Denn 2017 verzeichnete das Land mehr als die Hälfte der bundesweiten Masernfälle.

Bochum. Angesichts der großen Masernausbrüche 2017 in Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung gezielt für mehr Impfungen werben. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte am Mittwoch (16. Mai) im Landtag lokale Aufklärungskampagnen in Gebieten und Städten mit zu niedrigen Impfquoten an.

Die Tour werde sich nicht über das ganze Land ziehen, sondern das im Haushalt bereitgestellte Geld solle differenziert eingesetzt werden. Alle Fraktionen im Landtag nahmen einstimmig einen CDU/FDP-Antrag an, mit dem die Regierung beauftragt wird, eine Impfkampagne zu entwickeln.

2017 waren nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit 520 Masernfälle in NRW registriert worden - mehr als die Hälfte der bundesweiten Erkrankungen. Allein Duisburg zählte 2017 mehr als 330 Fälle. Von Februar bis April dieses Jahres wurden in Duisburg nach offiziellen Angaben erneut bereits mehr als 30 Fälle registriert.

Die Masern-Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Die empfohlene Impfquote von mehr als 95 Prozent wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei der Einschulung in NRW 2016 knapp verfehlt. Für 8,8 Prozent der Kinder wurde gar kein Impfausweis vorgelegt.

Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen gibt es auch bei Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus. Viele Menschen frischen ihren Impfstatus im Erwachsenenalter nicht auf.

(dpa/lnw)