Nordrhein

Telematik: Hausärzteverband fordert mehr Auswahl

Um sich an die Telematik-Infrastruktur anzubinden, brauchen Ärzte einige Geräte. Bisher haben sie überwiegend aber keine Wahl zwischen Geräten, etwa beim Konnektor, kritisiert der Hausärzteverband Nordrhein.

Köln. Der Hausärzteverband Nordrhein bemängelt, dass Ärzte beim Konnektor zum Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI) nach wie vor keine Auswahl haben. Derzeit liegt das Monopol dafür bei der Compu Group Medical. Ärzte könnten Funktionalität, Qualität und Preis nicht vergleichen, da es keine Alternativgeräte gäbe, so der Hausärzteverband. Neben den üblichen Garantien sollten Ärzte weitere Sicherheiten beim Anbieter einholen, rät er. Mustervordrucke dafür stellt der Verband seinen Mitgliedern auf seiner Website zur Verfügung.

Mit RISE steht ein weiterer Anbieter für den Konnektor in den Startlöchern, wann genau er an den Markt geht, ist bisher aber nicht bekannt. Seit Kurzem gibt es zumindest einen zweiten Anbieter für die nötigen Praxisausweise (SMC-B). Bei der IT-Messe ConHIT hat die „Hausarzt"-Redaktion zudem weitere Tipps von Herstellern für Ärzte erfragt und eine Übersicht der Anbieter zusammengestellt.

Darüber hinaus kritisiert der Hausärzteverband Nordrhein die nachverhandelte Finanzierung der TI-Ausstattung, auf die sich jüngst Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband geeinigt haben. Damit würden Milliarden der Versorgung entzogen. Zudem sei der Konnektor „keine zukunftsweisende Innovation", es brauche praktikablere Lösungen, die an die Arbeitsabläufe in Patientenversorgung und Praxisverwaltung angepasst seien, fordert Vize-Verbandsvorsitzender Dr. Oliver Funken. Die Ärzte dürften sich nicht den Vorgaben einzelner Hersteller „unterwerfen", sondern müssten die Inhalte und Abläufe selbst mitgestalten.

(J. Dielmann-von Berg)