Nigeria

WHO: Ungewöhnlich viele Fälle von Lassafieber

450 Menschen sind innerhalb von fünf Wochen an Lassafieber erkrankt, meldet die WHO für Nigeria. Dies sei "ungewöhnlich" viel für diese Jahreszeit. Nach Deutschland wird die Erkrankung aber nur sehr selten mitgebracht.

Lagos. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist wegen der Ausbreitung des gefährlichen Lassafiebers in Nigeria besorgt. Demnach gab es innerhalb von fünf Wochen rund 450 mutmaßliche Erkrankungen und 43 Todesfälle vor allem im Süden des Landes. "Wir beobachten eine ungewöhnlich hohe Fallzahl für diese Jahreszeit", erklärte der WHO-Direktor für das westafrikanische Land, Wondimagegnehu Alemu. Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Sterblichkeit bei der Viruserkrankung ist sehr hoch.

Die WHO will die nigerianischen Behörden nun verstärkt unterstützen, um eine weitere Ausbreitung des Lassafiebers zu verhindern. Die Organisation schicke internationale Experten, um den Kampf gegen die Krankheit zu koordinieren und die Behandlung Erkrankter zu verbessern, erklärte die WHO. Einzelne Fälle von Lassafieber sind in Westafrika nicht ungewöhnlich. Auch Benin, Liberia und Sierra Leone haben jüngst Fälle gemeldet.

Ein Team deutscher Gesundheitsexperten brach diese Woche nach Benin auf, um das Land beim Kampf gegen die Lassafieber-Epidemie aus dem benachbarten Nigeria zu unterstützen. Die Experten sollen unter anderem eine bessere Diagnostik für Lassafieber aufbauen. Seit Anfang des Jahres wurden in Benin den Behörden zufolge 77 Fälle von Lassafieber bestätigt, 21 Menschen starben. Das waren nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schon mehr Lassa-Fälle als im gesamten Jahr 2017.

Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge sind allerdings zuletzt 2006 Menschen mit Lassafieber nach Deutschland gekommen. Seit 1974 habe es nur fünf solcher "importierter" Fälle gegeben. 

(dpa)