Hessen

Eine Million für Landarztpraxen ohne Nachfolger

Weil die Menschen immer älter werden und gleichzeitig viele Allgemeinmediziner ihre Praxen altersbedingt aufgeben, will die Landesregierung von Hessen mit einer Finanzspritze nachhelfen. Bis 2019 sollen so Landarztpraxen ohne Nachfolger erhalten werden.

Dillenburg. Die hessische Landesregierung will in der gesundheitlichen Versorgung neue Wege gehen, machte sie bei ihrer auswärtigen Kabinettsitzung in Dillenburg am Montag (12. März) klar. Als Beispiele nannte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) etwa die Förderung der Landarztpraxen, der Gemeindeschwestern und der Telemedizin. Die Maßnahmen gehören zu der Offensive "Land hat Zukunft - Heimat Hessen".

Alleine für die Fortführung von Landarztpraxen ohne Nachfolger stelle das Land eine Million Euro bis zum Jahr 2019 zur Verfügung, kündigten Bouffier und Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) an. Mit 3,7 Millionen Euro würden mehr als 50 Gemeindeschwestern finanziert. Mit der Telemedizin könnten längere Fahrten zu Spezialisten vermieden und etwa bei der Versorgung nach einem Schlaganfall ein Neurologe über einen Bildschirm zugeschaltet werden.

Für eine Stärkung des ländlichen Raums nimmt das Land für dieses und nächstes Jahr rund 1,8 Milliarden Euro in die Hand. Neben der Gesundheitsversorgung sollen die Landesmittel vor allem in den Nahverkehr, kulturelle Angebote und mehr Jobs auch im öffentlichen Dienst auf dem Land fließen.

(dpa/lhe)