Betriebliche Gesundheitsförderung

Nur wenige profitieren

Das im Juli 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz sollte die Prävention in den Lebenswelten - und damit auch am Arbeitsplatz - vorantreiben. Neue Zahlen zeigen nun aber: Von der betrieblichen Gesundheitsförderung profitieren nur knapp vier Prozent der Beschäftigten.

Berlin. Von den Krankenkassenleistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung profitieren nach einem Medienbericht nur knapp vier Prozent der Beschäftigten. Das gehe aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (5. Juli). Demnach erreichten die Kassenleistungen zur Prävention 2016 knapp 1,44 Millionen der 37 Millionen abhängig Beschäftigten in 13.172 Unternehmen. Das Volumen der Kassenausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung belief sich auf 147 Millionen Euro. Zahlen für 2017 liegen demnach noch nicht vor.

Die Fachfrau der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, beklagte eine verkehrte Ausrichtung der Maßnahmen. "Fast alle Programme wollen das Verhalten der Beschäftigten verändern, aber nur rund die Hälfte der Maßnahmen zielt auch auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Betrieb", sagte sie der Redaktion. "Dabei ist allgemein bekannt, dass Druck und Arbeitshetze genauso krank machen wie unnötige körperliche Belastungen am Arbeitsplatz - und das gilt gerade auch für Beschäftigte ohne Führungsaufgaben."

Das im Juli 2015 in Kraft getretene Präventionsgesetz hat die Kassen verpflichtet, verstärkt auch in betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren: jährlich mindestens zwei Euro je Versichertem. Tun sie das nicht, geht das Geld an den Spitzenverband der GKV.

(dpa/jk)