Telematik-Anbindung

Was EDV-Dienstleister und Hersteller Ärzten raten

Auf der conhIT haben die Hersteller ihre neuen Konnektorenmodelle vorgestellt. Für Ärzte steht für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur damit bald nicht mehr nur die Compugroup bereit. Doch was bedeutet das für ihre Auswahl?

Berlin. Wenn die Vielzahl an Komponenten künftig wächst, sind Ärzte gut beraten die einzelnen Geräte im Paket zu kaufen. Das empfehlen sowohl Hersteller als auch EDV-Dienstleister, wie „Der Hausarzt" in mehreren Gesprächen auf der conhIT erfahren hat. So könnten Ärzte verhindern, dass Komponenten nicht reibungslos interagieren – und sie im Zweifelsfall von einem Kundenservice zum nächsten geschickt werden.

Aktuell ist nach wie vor die CoKo-Box der Compugroup der einzig zugelassene Konnektor, jedoch stehen drei weitere Hersteller in den Startlöchern. Bei den stationären Kartenterminals sind seit März zwei Hersteller am Markt: Ingenico, deren stationäres Terminal bereits im Herbst zugelassen wurde, sowie eine neue Tastatur mit integriertem Kartenleser von Cherry.

Auf der Messe conhIT haben die Hersteller von Dienstag bis Donnerstag (17. bis 19. April) Ihre Produkte ausgestellt – im Gespräch mit interessierten Ärzten aber überraschend wenig Marketing walten lassen. „Ärzte sollten in erster Linie ihre Vertrauensperson in Sachen EDV ansprechen", rät Holger Imfeld, Product Marketing Manager bei Ingenico. Es sei im Zweifelsfall wichtiger, dass sich Ärzte bei der Anbindung ihrer Praxis an die Telematik-Infrastruktur gut aufgehoben fühlen, als dass die – ohnehin sehr ähnlichen – Produkt-Features abgeglichen würden. Darüber hinaus seien die fertig geschnürten Pakete, die entweder direkt bei den Herstellern oder über die üblichen Vertriebspartner zu erhalten sind und sein werden, meist günstiger. Und: Die Installation ist sichergestellt, für die Praxis gibt es einen festen Ansprechpartner. „Wenn die Installation von verschiedenen Firmen oder selbst vorgenommen wird, kann die Suche im Fehlerfall langwierig sein."

In ihren Paketen stellen die IT-Dienstleister auch sicher, dass alle Komponenten – also etwa der VPN-Zugangsdienst, der Konnektor und das Kartenterminals – zusammenarbeiten. Dass das tatsächlich dem Bedürfnis, den Praxisablauf sicherzustellen, entspricht, zeigen erste Zahlen: Beim Software-Dienstleister Medatixx etwa haben eigenen Angaben zufolge bereits 4000 Ärzte das vorgeschnürte Paket vorbestellt – ohne bislang zu wissen, welches Gerät sie erhalten. Medatixx habe Verträge mit allen aktuell in den Startlöchern stehenden Herstellern, außer dem bisherigen „Monopolisten" CGM. „Wir gehen mit dem ersten Konnektor raus", sagt Jens Naumann, Geschäftsführer bei Medatixx. Das Lieferdatum ist damit jedoch noch unbekannt, der Preis richte sich an der aktuellen Finanzierungsvereinbarung.

Auch das Software-Haus Duria rät aktuell dazu, alle benötigten Komponenten aus einer Hand zu kaufen. „Wenn der VPN-Zugangsdienst nicht kompatibel ist, ist das ein großes Problem. Wir raten daher dazu, in den Paketen zu bleiben", sagt Dr. Erich Gehlen, Vorstandsvorsitzender von Duria. Das möge sich in Zukunft ändern, aktuell sollten Ärzte seiner Meinung nach jedoch vor allem darauf achten, dass die einzelnen Dienste kompatibel zueinander sind.

Für Ärzte können für die Anbindung über ein solches Paket jedoch Änderungen in der Praxissoftware nötig werden. Genaue Konditionen, so lautete der conhIT-Rat unisono, erfragen Ärzte am besten bei ihrem gewohnten Dienstleister.

(J. Kötter)