Öffentlicher Gesundheitsdienst

Berlin will ÖGD-Ärzten mehr zahlen

Belin wächst und damit seine Aufgaben. Die Verwaltung sucht massiv nach Fachkräften. Auch in den Gesundheitsämtern sind viele Stellen unbesetzt. Jetzt will der Senat gegensteuern.

Berlin. Ärzte in den Berliner Gesundheitsämtern sollen besser bezahlt werden. Das könnte auch helfen, mehr Bewerber für freie Stellen zu gewinnen. Da Berlin in den vergangenen Jahren stark gewachsen sei, soll die Zahl der Fachärzte in den Gesundheitsämtern bis 2021 auf 440 aufgestockt werden, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kolat und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (beide SPD) am Mittwoch (13. Juni) mitteilten.

Allerdings ist es schwer, Nachwuchs zu finden. Viele Ärzte erwarten ihre Pensionierung. Und Berufsanfänger erhalten anderswo oft mehr Geld. Die Gesundheitssenatorin sieht darin einen Grund, warum derzeit 76 Stellen nicht besetzt sind.

Die Bezirke sollen nun auch außertarifliche Verträge mit Bewerbern abschließen können - unter bestimmten Bedingungen. Gründe dafür können im Aufgabenspektrum der Stelle liegen, wenn besondere klinische Erfahrungen notwendig seien oder das Land die Stelle anders nicht besetzen kann. Die Regelung ist bis Ende 2020 befristet. Angestrebt wird aber eine Dauerlösung in den Tarifverträgen für Fachärzte im öffentlichen Dienst, wie Kolat betonte.

Mehr Geld für besonders engagierte Ärzte?

Neben der Rekrutierung von Fachpersonal solle das Verfahren aber auch gute Ärzte in bestehenden Verträgen halten, ergänzte Kollatz-Ahnen. Hier könnten etwa besonders engagierte Fachärzte mehr Geld bekommen.

"Wir werden den Bezahlwettbewerb nie gewinnen", so der Finanzsenator. Aber Stellen im öffentlichen Dienst seien aus anderen Gründen attraktiv. Die Arbeitszeiten seien günstiger, Stellen familienfreundlicher und die Jobsicherheit höher, so Kollatz-Ahnen.

40 Prozent der Stellen bei Feuerwehr und Polizei sind frei

Auch die Feuerwehr und Polizei beschäftigt Fachärzte. Hier war der Personalnotstand zuletzt besonders hoch. Bei Feuerwehr und Polizei sind derzeit 40 Prozent der Stellen nicht besetzt, erklärte die Gesundheitssenatorin.

Aber auch im psychosozialen Dienst sind sie tätig: Allein 2016 halfen Fachärzte 43.000 schwer psychisch Kranken, so Kolat. Sie prüfen beispielsweise, ob von Menschen eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht. Wenn hier Stellen unbesetzt sind, dann drohten Probleme, so die Gesundheitssenatorin.

(dpa/bb)