Hausarzt Medizin

Kleine Fortschritte beimPankreaskarzinom

Gastroenterologische Krankheitsbilder gehören zum Alltag des Hausarztes. Dabei wird er mit dem gesamten Spektrum dieses Fachgebietes konfrontiert. Dies erfordert eine ständige Aktualisierung seines Wissensstands.

Bei einem lokalisierten, also nicht-metastasierten Pankreaskarzinom wird zwischen einem primär resektablen, einem grenzwertig bzw. borderline-resektablen und einem lokal fortgeschrittenen Tumor unterschieden. Beim primär resektablen Pankreaskarzinom ist eine R0-Resektion und somit eine Heilung möglich. Das borderline-resektable Karzinom ist charakterisiert durch die Infiltration der Pfortader und/oder der Vena mesenterica superior. Auch solche Tumoren gelten als primär resektabel.

Dagegen kann ein lokal fortgeschrittener Tumor, der bereits in die Umgebung insbesondere in arterielle Gefäße infiltriert ist, nicht mehr primär reseziert werden. Bei solchen Tumoren geht es darum, durch eine neoadjuvante Chemotherapie den Tumor soweit zu verkleinern, so dass eine operative Therapie mit R0-Resektion möglich wird. Ein solches Downsizing mit sekundärer Resektabilität gelingt in etwa 25 Prozent der Fälle. Eine adjuvante Chemotherapie wird heute nach einer R0-und R1-Resektion empfohlen und zwar mit Gemcitabin oder 5-FU über sechs Monate, wobei diese Therapie innerhalb von sechs Wochen nach der Operation beginnen sollte.

Für die Erstlinientherapie beim metastasierten Pankreaskarzinom stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Mit Gemcitabin, was gut verträglich ist und sich deshalb auch für ältere Patienten und solche mit einer Hepatopathie eignet, kann eine Ein-Jahresüberlebensrate von 20 Prozent und eine mediane Überlebensdauer von sechs Monaten erreicht werden. Die zusätzliche Gabe von Erlotinib verbesserte das mediane Überleben nur um zwei Wochen, wobei allerdings Patienten, die unter dieser Therapie einen starken Hautausschlag entwickeln, stärker profitieren (Patrick Michl, Halle).

Quelle: XVII. Gastroenterologie-Seminarwoche Titisee, Falk-Seminar vom 24.-28.2.2018

(Dr. med. Peter Stiefelhagen)

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