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COPD-Reha ist effektiv, aber kaum einer geht hin

Die Rehabilitation auf der Basis von Ausdauertraining gehört zu einer leitliniengemäßen Therapie der COPD, auch bei schwerkranken Patienten. Sie kann auch eine solide Evidenzbasis vorweisen: Weniger erneute Krankenhausaufenthalte, geringere Mortalität, weniger Atemnot, Angst und Depression sowie Entblähung. Doch in Deutschland bekommt nur jeder zehnte COPD-Patient eine Reha-Maßnahme.

Bestandteile sind Treten des Fahrradergometers, besser noch Gehen, Muskelaufbautraining klassisch mit Krafttraining oder mit neuen Verfahren wie Vibrationsmuskeltraining oder neuromuskuläre Elektrostimulation bei Schwerstkranken und ein gezieltes Inspirationsmuskeltraining.

Wie Dr. med. Konrad Schultz, Bad Reichenhall, berichtete, hat eine aktuelle Studie aus Deutschland (RIMTCORE) an 602 Patienten die Wirksamkeit eines regelmäßigen Inspirationsmuskeltrainings in der COPD-Rehabilitation untersucht. Eine Gruppe arbeitete mit einem IMT-Gerät gegen hohen Widerstand, die Kontrollgruppe mit dem gleichen Gerät ohne Widerstand. Am Ende der dreiwöchigen Reha zeigten sich starke Effekte des IMT: Die Sechs-Minuten-Gehstrecke hatte um 85 Meter zugenommen, die Lebensqualität war gestiegen und die Dyspnoe hatte sich im TDI um 5 Punkte (≥1 ist klinisch relevant) verbessert. Auch nach einem Jahr waren noch nicht alle Effekte verpufft. Die Effekte gut erhalten konnten Patienten, die im Anschluss an die Reha mindestens zweimal in der Woche sportlichen Aktivitäten nachgingen.

Quelle: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, 14. bis 17. März 2018, Dresden

(A. Bischoff)

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