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Schilddrüsenerkrankungen: EU will regionale Unterschiede angehen

Ein europaweites Forschungskonsortium "EUthyroid –Towards a euthyroid Europe!" hat es sich zum Ziel gesetzt, regionale Unterschiede in der Jodversorgung zu adressieren. Koordiniert von der Universitätsmedizin Greifswald und mit drei Millionen Euro von der EU gefördert, arbeiten Forscher aus 27 europäischen Ländern daran, Jodmangel und seine gesundheitlichen Folgen zu überwinden. Das hat die Uni Greifswald mitgeteilt. "Europa hat viel Erfahrung mit der Harmonisierung von Maßnahmen über Ländergrenzen hinaus, aber in der Jodprävention nutzen wir diese Expertise nicht", erklärt Prof. John Lazarus von der Universität Cardiff. Künftig soll sich das ändern: Eine europaweite Infrastruktur soll etwa Personal bei Studienerhebungen unterstützen – durch standardisierte Fragebögen, ein Lehrvideo und Hilfen für Laboruntersuchungen.

Regionale Unterschiede bei Schilddrüsenerkrankungen auch innerhalb Deutschlands lassen aktuelle Analysen der Barmer erkennen. Fast jede zehnte Frau war im Jahr 2016 demnach wegen einer Hypothyreose in ärztlicher Behandlung. Laut den Abrechnungsdaten diagnostizierten die Ärzte in den neuen Bundesländern deutlich seltener eine Unterfunktion: in Sachsen bei 8,3 Prozent der Frauen, in Thüringen bei 8,4 Prozent und Brandenburg bei 8,8 Prozent. Den höchsten Anteil wiesen Bremen und Hamburg mit je 11,7 Prozent auf. Bei den Männern lag der Bundesschnitt bei 2,7 Prozent.

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