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Bluttest deckt Alzheimer-Risiko auf

Ein neuer Bluttest kann im Schnitt acht Jahre vor der klinischen Diagnose auf Alzheimer hinweisen, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum mit. Um Alzheimer früh zu erkennen, sei bisher eine teure PET oder invasive Lumbalpunktion nötig. Der Bluttest könne künftig ein "einfaches und kostengünstiges" Mittel für ein Screening werden, hofft Prof. Klaus Gerwert, Ruhr-Uni Bochum. Etwa in fünf Jahren könnte der Test marktreif sein, sagte er zu "Der Hausarzt". Derzeit liefert der Test noch zu viele falsch-positive Ergebnisse (neun Prozent). Zur alleinigen Frühdiagnose sei er daher noch ungeeignet.

Der Test weist im Blut nach, ob das Gehirn mit den typischen Amyloid-Plaques belastet ist. Die Forscher prüften ihn unter anderem mit Blutproben von 874 Personen aus der ESTHER-Kohortenstudie. Nach 15 Jahren entwickelten 65 Alzheimer und 809 nicht. 70 Prozent der Personen (ohne klinische Symptome) identifizierte er als krank, die später auch Alzheimer entwickelten. Der Preis stehe noch nicht fest, so Gerwert, er werde mit einigen hundert Euro aber sich unter den Kosten für eine PET oder Lumbalpunktion liegen.

Bisher gebe es noch keine wirksame Therapie gegen Alzheimer-Demenz. Dies könne daran liegen, dass die Therapie momentan erst spät einsetze, wenn die Schäden bereits irreversibel seien. Laut Gerwert gibt es aber erste vielversprechende Phase-3-Studien zur Arzneitherapie im frühen Stadium. Während der neue Wirkstoff die Plaques aufgelöst habe und die kognitive Leistung bei diesen Patienten bestehen blieb, sei diese in der Placebo-Gruppe "abgestürzt". In den nächsten Jahren rechnet Gerwert daher mit Fortschritten auch in der Therapie.

Quelle: Gerwert K et al. Amyloid blood biomarker detects Alzheimer’s disease. EMBO Molecular Medicine, 2018, DOI: 10.15252/emmm.201708763

(J. Dielmann-von Berg)

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