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Hausärztebedarf: Schnell greifende Lösungen sind in Nordrhein gefragt

Wie begeistert man junge Ärzte für die Allgemeinmedizin? Wie erleichtert man Medizinern anderer Fachgruppen den Quereinstieg ohne Qualitätseinbußen in der hausärztlichen Versorgung? Und wie können Hausärzte bei ihrer Arbeit besser entlastet werden? Diese drei großen Fragen haben die Teilnehmer des 17. Nordrheinischen Hausärztetags beschäftigt.

Auch für das NRW-Gesundheitsministerium sind diese Problemkreise nicht neu, wie Ministerialrat Helmut Watzlawik in Köln versicherte. Dabei gab er offen zu, dass in Sachen Hausärztemangel "Politik und Ärzteschaft in den vergangenen Jahren etwas verschlafen haben". Alle geplanten Maßnahmen des Ministeriums wie die Ausweitung des seit 2009 bestehenden Hausarztaktionsprogramms, die Gründung einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen oder die geplante Einführung einer Landarztquote greifen dabei nicht schnell genug. Deshalb gebe es bereits Gespräche, auch mit dem Hausärzteverband Nordrhein, wie man durch eine Erleichterung des Quereinstiegs zeitnah Abhilfe schaffen könne.

Das alleine löst aber das Problem in den Praxen selbst nicht. Dr. Oliver Funken, stellvertretender Vorsitzender des Hausärzteverbandes, brachte das auf den Punkt: "Die Ressource Arzt ist für alles gut, aber diese Ressource schwindet!" Somit sei es höchste Zeit, auch in diesem Bereich zeitnah Abhilfe zu schaffen. Nur mit einer guten Triagierung könne etwa gewährleistet werden, dass Patienten zur rechten Zeit am richtigen Ort versorgt werden. Das gelte für die Notaufnahme im Krankenhaus genauso wie für eine gut funktionierende Hausarztpraxis. Der Hausärzteverband Nordrhein und seine Wirtschaftsgesellschaft, die SHP Servicegesellschaft HausarztPraxis, bieten deshalb bereits jetzt Fortbildungen für MFA zur Weiterqualifizierung in diesen Bereichen an.

(S. Vogeler)

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