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Laumann setzt auch in der Pflegeauf das hausärztliche Praxisteam

Neben Verbesserungen in der stationären Pflege müssen Angebote ausgebaut werden, die die Pflege im häuslichen Bereich möglich machen, pflegende Angehörige entlasten und aktiv den Hausarzt einbinden. Das betonten Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Hausärzteverbands-Chef Ulrich Weigeldt, Allgemeinmediziner Dr. Jens Biesenbaum und VERAH Ilona Hüning bei einer von Landesverbands-Chefin Anke Richter moderierten Podiumsdiskussion auf dem Hausärztetag Westfalen-Lippe.

"Die Tagespflege ist ein wichtiger Baustein, um die Pflege daheim zu ermöglichen und die Familien zu entlasten", sagte Laumann. Er kündigte an, Kliniken in die Pflicht zu nehmen, mehr Ausbildungsplätze in der Pflege bereitzuhalten.

"Eine gestärkte Pflege bedeutet auch eine Entlastung für die betreuenden Hausärzte", erinnerte Hausärzte-Chef Weigeldt. Und: Würden pflegende Angehörige nicht ausreichend entlastet, drohe wiederum eine "Katastrophe" durch entstehende Folgekosten für das Gesundheitssystem. Durch Delegation innerhalb der Hausarztpraxis an eine VERAH könnte an vielen Stellen entlastet werden.

Sie und ihre Kolleginnen könnten aufgrund der Betreuung im häuslichen Umfeld etwa den Hilfsmittelbedarf ermitteln oder den Pflegezustand erfassen, bestätigte VERAH Ilona Hüning. "Darüber hinaus sind wir echte Vertrauenspersonen für die Patienten, aber auch ihre Angehörigen."

Genau dieses Beachten des psychosozialen Umfelds sei ein essenzieller Baustein des Hausarztberufs, betonte Dr. Jens Biesenbaum, der seit einem Jahr in Löhne niedergelassen ist. Für sein Plädoyer, gerade bei alten Patienten Klinikaufenthalte zu vermeiden – "häufig verschlechtert sich der Zustand signifikant" – erhielt er deutliche Zustimmung aus dem Publikum. (jk)

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