Forum Politik

Geriatrisches Basisassessment nicht nach Schema F

Von Akne über Geriatrisches Basisassessment bis hin zur Neurologie haben Ärzte, VERAH und MFA vom IHF-Kongress in Mannheim wieder viele evidenzbasierte Tipps für die Praxis mitgenommen. Und etwas zum Lachen war auch dabei!

Beim Geriatrischen Basisassessment (GBA) ist Fingerspitzengefühl gefragt, machte VERAH Iris Schluckebier deutlich. Gerade vor den Hirnleistungstests hätten viele Angst, da sie fürchten, ihren Führerschein zu verlieren oder ins Heim zu kommen. Ihre Worte sollten MFA daher mit Bedacht wählen. Bei "fitten" 70-Jährigen könne man etwa sagen, "wir machen das mal als Grundbasis". "Sprechen Patienten selbst den Demenztest an, reden Sie sich nicht raus", rät Schluckebier. Erklären Sie, dass es für den Hausarzt eine Entscheidungshilfe ist, damit er den Patienten besser unterstützen kann.

Das GBA beurteilt Funktions- und Fähigkeitsstörungen, die Sturzgefahr und Hirnleistungsstörungen. "Für die Abrechnung müssen Sie aber nur zwei der drei Bereiche testen." Bei "geistig fitten" Senioren könnten MFA in Absprache mit dem Arzt also auf den Demenztest erstmal verzichten. Bei den Testverfahren sei insgesamt Beobachtungsgabe gefragt: So solle man üben die Kriterien des Barthel-Index in eigener Sprache zu formulieren. Zudem solle man genau hinsehen, wo Punkte fehlen: "Können Patienten keine Treppe steigen, zuhause gibt es aber keine, ist das weniger relevant als wenn er nicht mehr auf Toilette gehen kann", erklärt Schluckebier.

(jvb)

PDF