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Wie rechne ich BNP/NT-proBNP ab?

Bei hämodynamischer Belastung oder erhöhtem Volumendruck in der linken Herzkammer wird das (biologisch aktive) B-Typ-Natriuretische Peptid (BNP) und das (inaktive) N-terminale Fragment der Proform (NT-proBNP) von Herzmuskelzellen zu gleichen Teilen vermehrt freigesetzt. Beide gelten deshalb als diagnostisch gleichwertige quantitative Herzinsuffizienz-Marker. Die Bestimmung dieser Werte ist in der hausärztlichen Praxis möglich und kann zum Ausschluss oder zur Diagnosestellung einer Herzinsuffizienz sowie zu deren Schweregradeinteilung, Verlaufskontrolle oder Prognose herangezogen werden.

Kommentar

In der Praxis kann man mit apparativ-quantitativen Schnelltests mittels Immunchromatographie oder optischem Immunoassay BNP und NT-proBNP bestimmen. Im EBM kann die Leistung nach Nr. 32097 berechnet werden (19,40 Euro). Sie ist dort dem Abschnitt 32.2 zugeordnet, kann aber nicht aus einer Laborgemeinschaft bezogen, sondern nur in eigener Praxis erbracht und abgerechnet werden (Bewertungsausschuss, 376. Sitzung am 22. Juni 2016).

In der GOÄ gibt es keine eindeutige Abrechnungsposition. Da es sich aufgrund des Preises der Teststreifen um ein relativ kostenträchtiges Verfahren handelt, empfiehlt die Bundesärztekammer (BÄK) eine Abrechnung analog Nr. 4062 GOÄ (36,37 Euro bei 1,3-fachem Satz). Diese Gebühr enthält dann bereits die Kostenanteile für das automatisierte Testsystem und die Teststreifen, so dass man diese Kosten nicht separat berechnen kann.

Obgleich hier auf eine Gebührenposition aus dem Teilabschnitt M III "Speziallabor" der GOÄ zurückgegriffen wird, können auch Nicht-Laborfachärzte oder Ärzte ohne Zusatzweiterbildung in fachgebundener Labordiagnostik diese Schnelltests berechnen.

(G. Zimmermann)

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