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Kommentar: Kompetenzzentren bringen Struktur in die Weiterbildung

Die Kompetenzzentren Weiterbildung, die aktuell – in regionaler Kooperation von allgemeinmedizinischen Lehrstühlen/Instituten, Landesärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen, den Koordinierungsstellen Allgemeinmedizin und Landeskrankenhausgesellschaften – gegründet werden, sind eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Weiterbildungsstrukturen. Aus Sicht der Jungen Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) bieten sie die Chance, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin erstmals strukturiert und unter Einbezug etablierter didaktischer Konzepte zu fördern. Beispielhaft sei hier das kompetenzbasierte Curriculum Allgemeinmedizin genannt, welches als roter Faden Ärzten in Weiterbildung und Weiterbildern hilft, eine Struktur in der Weiterbildung zu schaffen.

Die JADE fordert, dass zukünftig alle Medizinstudierenden sowie alle Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) über die Kompetenzzentren informiert werden und ÄiW niedrigschwellig Zugang erhalten.

Die Ansiedelung der Zentren an den Universitäten bietet die Möglichkeit, eine Brücke zwischen hausärztlicher Aus- und Weiterbildung und der akademischen Allgemeinmedizin zu schlagen. Auf diese Weise ist eine inhaltliche und strukturelle Verbesserung der Weiterbildung Allgemeinmedizin möglich. Aus Sicht der JADE sollte dazu Folgendes gehören: Seminarangebote mit Orientierung am kompetenzbasierten Curriculum Allgemeinmedizin, fakultative Mentoring-Programme für ÄiW sowie die Beratung und Betreuung von Weiterbilderinnen und Weiterbildern – etwa als Train-the-Trainer-Angebote. Die JADE fordert, dass die Referenten des Seminarprogramms maßgeblich angehende oder Fachärzte für Allgemeinmedizin sind. Die Angebote der Kompetenzzentren sollten industrieunabhängig sein und sich an evidenzbasierter Medizin orientieren. Neben medizinischen Inhalten sollten auch Aspekte der Niederlassung und des Praxismanagements nicht zu kurz kommen.

ÄiW sollten zukünftig für die Angebote der Kompetenzzentren selbstverständlich freigestellt werden. Die JADE ist hoch motiviert, sich aktiv bei Aufbau und Gestaltung der Zentren zu beteiligen und eigene Expertise einzubringen. Wir sind überzeugt, dass die Kompetenzzentren Weiterbildung einen Beitrag zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung der Zukunft leisten werden.

Pascal Nohl-Deryck, Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADE)

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(P. Nohl-Deryck)

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