kurz + knapp

Heitere Stunden, klare Botschaften

„Was ist der Unterschied zwischen Hausärzten und der neuen Regierung? Bei den Hausärzten merkt man, wenn es sie nicht mehr gibt.“ Der Witz, mit dem Staatssekretär Lutz Stroppe in seinem Grußwort für schallendes Lachen gesorgt hat, war stellvertretend für den Abend: Der Neujahrsempfang des Deutschen Hausärzteverbandes war geprägt von heiteren Stunden mit klaren politischen Botschaften.

Die neue Regierung müsse an die Anstrengungen der letzten Legislatur in Gesundheit und Pflege anknüpfen, appellierte Stroppe als Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums. „Auch für den Hausarztbereich muss die Grundlage stimmen.“ Mit Blick auf die Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020 plädierte er für eine flächendeckende Einführung der Landarztquote. Vor genau einem Jahr hatte Stroppe die Einigung auf die Studienreform als Gast der Hausärzte verkündet. Aber: „Uns fehlt hier noch ganz klar die Endstrecke“, betonte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Hausärzteverbandes. „Der Masterplan muss jetzt endlich auch umgesetzt werden.“

Gleichwohl beobchtet der Gastgeber eine leichte Trendwende in der Begeisterung junger Ärzte für die Allgemeinmedizin. „Wir stehen regelmäßig in Kontakt mit Medizinstudierenden und Ärzten in Weiterbildung.“ Auch unter den rund 200 Gästen, die der Einladung in die Berliner Räume des Verbandes gefolgt waren, fanden sich zahlreiche Vertreter des Forums Weiterbildung im Hausärzteverband sowie der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd).

Mit einem Blick auf die nächste Legislatur betonte auch Prof. Karl Lauterbach (SPD) die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung. „Hausärzte haben nicht nur die viel zitierte Lotsenfunktion“, sagte er. „Sie sind in 90 Prozent der Fälle zentraler Anlaufpunkt und nicht selten der einzige Arzt über das gesamte Leben hinweg.“ Den Austausch mit den Hausärzten lobte er deutlich. Die Tatsache, dass die hitzig diskutierte Bürgerversicherung sehr differenziert betrachtet wurde, erkenne seine Fraktion an. „Wir haben hier einen sehr fairen Umgang mit dem Thema erlebt.“

(J. Kötter)

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