Editorial

Aus- und Weiterbildung mehr vernetzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass es bei der hausärztlichen Nachwuchssicherung brennt, ist inzwischen quasi eine Binsenweisheit. Der Gesetzgeber hat in der zurückliegenden Legislaturperiode versucht, mit mehreren Gesetzgebungsinitiativen dagegen zu steuern.

Neben der Erhöhung der Weiterbildungsstellen und der Aufstockung der monatlichen Förderung für Ärzte in Weiterbildung im ambulanten Bereich wurde mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) auch der Aufbau der Kompetenzzentren vorangetrieben. Seit Juli vergangenen Jahres ist die Förderung auf dieser Basis möglich. In den vergangenen Monaten sind Kompetenzzentren in 14 KV-Regionen entstanden, weitere sind noch im Aufbau (S. 20f). Der Deutsche Hausärzteverband unterstützt diese wichtige Arbeit auch über seine Stiftung Perspektive Hausarzt, die etwa das Train-the-Trainer-Programm in Baden-Württemberg finanziell gefördert hat.

In dieser Ausgabe unseres "Hausarzt" berichten Beteiligte über die Arbeit des Kompetenzzentrums in Schleswig-Holstein (S. 20f). Nach dem ersten Jahr fällt dort die Bilanz sehr positiv aus. Durch Begleitseminare und Mentoringprogramme können junge Ärzte sich untereinander, aber auch mit erfahrenen Hausärzten austauschen und tiefere Einblicke in unser umfangreiches Fach erhalten. Gleichzeitig wird durch die direkte Ansiedelung an der Universität Studierenden die Möglichkeit gegeben, sich frühzeitig über die Weiterbildung und den Hausarztberuf zu informieren. So ist es übrigens bei insgesamt zwölf der 14 Kompetenzzentren – und das ist auch notwendig: Wir brauchen eine bessere Vernetzung der Aus- und Weiterbildung, vor allem aber eine stärkere Präsenz der Allgemeinmedizin an den Universitäten.

Das macht auch den Masterplan Medizinstudium 2020 so entscheidend. Leider lässt die Umsetzung noch immer auf sich warten. Das ist eigentlich kaum nachzuvollziehen! Im März soll nun die Expertenkommission erste Vorschläge und einen Kostenüberblick vorstellen. Der Deutsche Hausärzteverband wird auch hier die weiteren Schritte kritisch begleiten, denn eins ist klar: Ohne eine Stärkung der Allgemeinmedizin an den Universitäten wird man den Bock nicht umstoßen.

Als Verband bauen wir hierbei auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden und den jungen Ärzten – und insbesondere natürlich mit dem Forum Weiterbildung im Hausärzteverband. Dieser intensive Austausch hat sich nicht nur bewährt, sondern ist unverzichtbar, um nicht nur über, sondern mit dem Nachwuchs zu diskutieren.

Mit kollegialen Grüßen

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband e.V.

(U. Weigeldt)

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