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Telemedizin kann Attraktivität der Praxis steigern

Wenn Ärzte offen für telemedizinische Neuerungen sind, so kann das auch die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Dieses Argument brachte Dr. Thomas Aßmann, Initiator der Tele-VERAH, beim Tag der Allgemeinmedizin in Frankfurt am Main in die Diskussion um die Digitalisierung ein.

Er beobachte, dass Medizinische Fachangestellte (MFA) durch das Aufkommen neuer Berufsbilder wie dem Physician Assistant oft verunsichert seien. „Eine zusätzliche Qualifikation kann mehr Selbstbewusstsein geben“, zeigte sich Aßmann überzeugt. Auch sei das Angebot ein Pluspunkt bei der Suche nach neuen qualifizierten Mitarbeiterinnen.

Tele-VERAH sind mit einem Technik-Rucksack der Firma Vitaphone ausgestattet und besuchen Patienten daheim, während der Hausarzt über eine Videokonferenz zugeschaltet wird. Der Rucksack kostet pro Quartal 195 Euro. Sechs BKKen unterstützen bereits, Verhandlungen mit Kassen in Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg stehen laut Aßmann kurz vor einem positiven Abschluss. Als nächste Stufe stellt er Tele-Fallkonferenzen mit Facharzt-Kollegen in Aussicht.

Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin, zeigte sich überzeugt, dass die telemedizinische Entwicklung künftig an Geschwindigkeit gewinnt. „Ich gehe davon aus, dass E-Health deutlich Fahrt aufnehmen wird“, sagte er in Frankfurt.

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So sieht der Einsatz der Tele-VERAH in der Praxis aus: https://hausarzt.link/kdqSC

(J. Kötter)

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