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Endoprothesen aus dem 3D-Drucker

Plastikschablonen aus dem 3D-Drucker helfen beim Einsatz neuer Knieoder Hüftgelenke, das Gelenk korrekt zu positionieren, was die Funktion und Passgenauigkeit der Endoprothese deutlich verbessert, hieß es auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie Ende Oktober in Berlin. Endoprothesen müssen an Körperaufbau und -funktion angepasst werden: Je genauer das Kunstgelenk an die komplexe Anatomie angepasst sei, desto besser funktioniere das Zusammenspiel mit Knochen und Muskeln und desto länger halte das Implantat.

Immer mehr Kliniken fertigten deswegen individuelle Schnittschablonen an, mit denen sie das Kunstgelenk genau positionieren können. Bisher mussten Chirurgen dafür in den Markraum des Oberschenkelknochens schneiden, um das Implantat anzupassen. Dies verlängere aber die Heilung.

Für die Plastikschablonen erstellen Orthopäden und Unfallchirurgen mithilfe von CT oder MRT eine 3D-Abbildung des betroffenen Beins und berechnen Ausrichtung, Position und Größe des Kniegelenks. Anhand dieser Abbildung können Spezialisten im 3D-Drucker einen Schnittblock aus Kunststoff anfertigen. Dieser wird während der Operation auf die Gelenkoberfläche gesetzt und zeigt dem Operateur die Lage der anatomischen Strukturen an, die für die Positionierung des Implantats wichtig sind.

Da die Schablone genau auf die Gelenkstruktur abgestimmt ist, müssen die Chirurgen weniger natürliches Gewebe wegschneiden als bei standardisierten Endoprothesen. Während des Eingriffs kann der Chirurg bei jedem Schritt die Position des Gelenks kontrollieren.

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