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Rechner ermittelt Risiko bei Darmkrebs-Op

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat mit dem Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie der LMU München einen Rechner entwickelt, der das individuelle Risiko eines Patienten, bei einer Darmkrebsoperation Komplikationen zu erleiden, kalkuliert. Nach Angaben der DGAV ist es weltweit das erste System seiner Art. Mehrere Kliniken testen derzeit den Rechner, ab Anfang 2018 soll er in die breite Anwendung gehen, so der Plan.

Gespeist wird er mit Daten des seit 2012 bestehenden Studien-, Dokumentations- und Qualitätszentrums (StuDoQ) der DGAV. Dieses besteht aus acht Registern, die insgesamt 75.000 Patientenverläufe zu gut- und bösartigen Erkrankungen, vom Schilddrüsenknoten bis zum Mastdarmkrebs, umfassen. Die Daten stammen aus 330 spezialisierten Organzentren in Deutschland und werden von der DGAV ausgewertet. Sie beinhalten für jede dokumentierte Operation Informationen zu Begleiterkrankungen des Patienten, dessen Laborwerte, Vorbehandlungen sowie Komplikationen beim Eingriff und der Nachsorge, wie etwa das Auftreten von Lungenentzündungen, Thrombosen oder Wundheilungsstörungen. Die Register unterliegen dabei strengsten Datenschutzbestimmungen.

„Der Risikoprofilrechner speziell für Darmkrebsoperationen basiert derzeit auf den Daten von 16.000 Verläufen von Operationen am Dick- und Mastdarm, die im StuDoQRegister erhoben und ausgewertet worden sind“, erklärt Prof. Heinz- Johannes Buhr von der DGAV. „Ziel ist es, den Rechner zukünftig mit mehr Daten weiter zu verfeinern, denn je höher die Datenmenge, desto differenzierter kann dieser Risiken kalkulieren.

Es muss immer berücksichtigt werden, dass es sich um statistische Wahrscheinlichkeiten und nicht um absolute Werte handelt.“ Das Ziel: Wenn Risiken schon vor der Operation besser abgeschätzt werden können, können sich Arzt und Patient besser auf die anstehende Operation vorbereiten. Nach den Aufklärungsgesprächen wissen beide um die potentiellen Gefahren, können eine erhöhte Achtsamkeit entwickeln und präventiv wirkende Maßnahmen ergreifen.

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