Editorial

Eine Stimme für junge Ärzte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich erinnere mich – obwohl es mittlerweile schon über 30 Jahre her ist – noch sehr gut an die Zeit, in der ich mich niedergelassen habe. Und gerade wenn ich mich mit jungen Hausärztinnen und Hausärzten unterhalte, denke ich oft an meine ersten Jahre in der eigenen Praxis zurück. Manche Fragen, die den jungen Ärzten heute auf der Seele brennen, habe ich mir damals auch gestellt – die meisten Antworten darauf fallen aber glücklicherweise deutlich positiver aus. Ich will damit nicht sagen, dass alle Probleme der damaligen Zeit schon behoben seien, aber wir haben – gerade in den letzten Jahren – viele Fortschritte erreichen können!

Wenn ich zum Beispiel an die Gehälter der Ärzte in Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin denke, dann hat sich wirklich einiges zum Besseren verändert. So wurde unter anderem ab dem 01. Juli 2016 die monatliche Förderung auf 4.800 Euro erhöht. Wir bemerken auch, dass die jungen Ärztinnen und Ärzte nach der Weiterbildung nicht mehr so auf sich gestellt sind. Nach und nach entstehen Kompetenzzentren, es gibt die Möglichkeit einer Verbundweiterbildung und einige Förderprogramme. Überhaupt scheint in vielen Bereichen ein Bewusstsein zu entstehen, dass wir eine fl ächendeckende hausärztliche Versorgung nur sicherstellen können, wenn wir die Allgemeinmedizin auch im Studium und in der Weiterbildung stärken.

Die Dialoge mit jungen Ärztinnen und Ärzten, aber auch mit Studentinnen und Studenten sind ungemein wichtig. Sie schärfen unseren Fokus und sorgen dafür, dass die Erwartungen und Forderungen der jungen Generation in unsere Verbandsarbeit einfl ießen – und das umso mehr, weil die jungen Hausärztinnen und Hausärzte oft sehr konkrete Vorstellungen davon haben, wohin die Zukunft der Allgemeinmedizin gehen soll. Daher ist es wichtig, dass sie sich im Deutschen Hausärzteverband und seinen Landesverbänden engagieren – und auch, dass sie die Chance dazu erhalten. Wir brauchen den Nachwuchs nicht nur in unseren Praxen, sondern auch in der Berufspolitik, denn wir müssen heute die Entscheidungen für morgen treffen.

Aus diesem Grund lade ich Sie dazu ein, liebe Kolleginnen und Kollegen, bringen Sie sich ein und/oder motivieren Sie junge Ärztinnen und Ärzte, in unserem Verband und auch in unserem Forum Weiterbildung mitzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen

U. Weigeldt, Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband e.V.

(U. Weigeldt)

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