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Hessen: Streit ums KV-Honorar

Nachdem in Hessen die Honorarverhandlungen gescheitert sind, hat die KV die freiwillige Nachwuchsförderung für 2018 gestoppt. Angesicht der Honorarpolitik der Kassen könne man jungen Kollegen „derzeit nicht empfehlen, sich in Hessen niederzulassen“, so der KVVorstand. Die KV hatte für die – dieses Jahr einmalig mögliche – Konvergenzregelung ein Hono r arplus von 300 Millionen Euro gefordert. Die Kassen hatten zuletzt eine Honorarabsenkung um rund 50 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr angeboten, nachdem klar war, dass das Schiedsamt entscheiden muss. Hessen trägt laut KBV (mit Berlin) beim Honorar die rote Laterne.

Armin Beck, 1. Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen, sieht daher in dem KV-Beschluss auch ein „politisches Signal“ an die Kassen. Mit ihrer „restrik tiven Vergütungspolitik“ würden sie mehr Neuniederlassungen verhindern als der KV- Beschluss. Beck vermutet, dass die Förderung nach einer Honorareinigung wieder aufgenommen wird. Auch Dr. Robert Lübeck, Hausarzt in Dreieich, „ärgert“, dass die Kassen die Honorare „verknappen“ wollen. Man könne nicht „den Hausarztmangel beschwören und auf der anderen Seite diese Berufsgruppe immer wieder mit Füßen treten“. Zudem sei die freiwillige Förderung zwar „nett, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn die grundsätzlichen Bedingungen nicht stimmen“. Dr. Juliane Albrecht, ÄiW in Maintal, beklagt den Stopp des Programms zwar, würde ihre Niederlassung aber ohnehin nicht von der Förderung abhängig machen. Angesichts der HZV „sieht die künftige Honorierung doch gut aus“, so Albrecht.

(D. Nößler)

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