Forum Politik

"Warum sind wir nicht früher eingestiegen?"

Die vielen Vorteile der Haus- und Facharztverträge haben die anfängliche Skepsis von Dr. Susanne Bublitz und Dr. Petra Sandig vollends beseitigt. Davon überzeugte sich auch Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha bei einem Besuch.

Dr. Susanne Bublitz und Dr. Petra Sandig haben in ihrer Gemeinschaftspraxis in der 9.000-Einwohner Gemeinde Pfedelbach, wo sie als einzige Hausärzte am Ort tätig sind, reichlich zu tun. Etwa 2.300 Patienten versorgen sie in der modernen Praxis pro Quartal. Ungefähr 1.300 Patienten sind in der HZV eingeschrieben, davon sind rund 1.000 bei der AOK versichert, berichtete Bublitz bei einem Praxisbesuch des baden-württembergischen Sozialministers Manfred Lucha (Grüne), der auch für das Thema Gesundheit zuständig ist.

Anfangs sei sie dem gemeinsamen HausarztProgramm von AOK, Hausärzteverband und MEDI zurückhaltend gegenübergestanden. „Man weiß ja nie, was da auf einen zukommt“, begründete Bublitz ihre Skepsis. „Heute fragen wir uns, weshalb wir nicht schon viel früher eingestiegen sind“, ergänzte Sandig. Beide sind nach eigenen Angaben inzwischen überzeugte Verfechterinnen der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV).

Abrechnung in nur zwei Stunden

Ein „unschlagbarer Vorteil“ der HZV sei die einfache Abrechnung, erklärte Bublitz. Innerhalb von zwei Stunden sei die Quartalsabrechnung erledigt, für die KVAbrechnung benötige sie jedes Mal mehrere Tage. Ein weiterer Vorteil: Dank der guten und planbaren Vergütung konnte eine junge Kollegin als Fachärztin in Weiterbildung eingestellt werden, um den gestiegenen Versorgungsbedarf bewältigen zu können. Gerade für den ländlich geprägten Hohenlohekreis sei es schwierig, geeignete Bewerber zu finden, betont Bublitz. Hier seien deshalb auch die Gemeinden verstärkt gefordert. Außerdem konnten sich zwei MFA als Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH®) qualifizieren. Eine der beiden kümmert sich im Fallmanagementprogramm PraCMan speziell um multimorbide Patienten.

Positiv sehen die beiden Hausärztinnen, dass an die HZV verschiedene Facharztverträge gekoppelt sind. Das stärke die Lotsenfunktion des Hausarztes und fördere die koordinierte Versorgung in Zusammenarbeit mit den fachärztlichen Kollegen, so Bublitz. „Im Facharzt-Progamm hat der Arzt mehr Zeit, insbesondere für schwer kranke Fälle. Das ist ein Grund für die Abnahme unnötiger Klinikeinweisungen”, bestätigte der im benachbarten Öhringen niedergelassene Kardiologe Dr. Friedhelm Gerst. Kooperationen fördern Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg verwies in dem Erfahrungsaustausch auf entsprechende Ergebnisse der von Anfang an begleitenden wissenschaftlichen Evaluation der Haus- und Facharztverträge. Durch die optimierte ambulante Versorgung würden so allein bei Herzpatienten pro Jahr rund 4.000 unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden (Mehr: www.neueversorgung. de). „Ärztliche Kooperationen, in denen multiprofessionell gearbeitet wird, verdienen unsere volle Unterstützung“, betonte denn auch Minister Lucha. Um einer älter werdenden Bevölkerung auch auf dem Land eine gute gesundheitliche Versorgung sichern zu können, sollten Haus- und Fachärzte, Pflegedienste und weitere Organisationen noch enger zusammenarbeiten, erklärte Lucha.

Dr. Susanne Bublitz und Dr. Petra Sandig haben in ihrer Gemeinschaftspraxis in der 9.000-Einwohner Gemeinde Pfedelbach, wo sie als einzige Hausärzte am Ort tätig sind, reichlich zu tun. Etwa 2.300 Patienten versorgen sie in der modernen Praxis pro Quartal. Ungefähr 1.300 Patienten sind in der HZV eingeschrieben, davon sind rund 1.000 bei der AOK versichert, berichtete Bublitz bei einem Praxisbesuch des baden-württembergischen Sozialministers Manfred Lucha (Grüne), der auch für das Thema Gesundheit zuständig ist. Anfangs sei sie dem gemeinsamen HausarztProgramm von AOK, Hausärzteverband und MEDI zurückhaltend gegenübergestanden. „Man weiß ja nie, was da auf einen zukommt“, begründete Bublitz ihre Skepsis. „Heute fragen wir uns, weshalb wir nicht schon viel früher eingestiegen sind“, ergänzte Sandig. Beide sind nach eigenen Angaben inzwischen überzeugte Verfechterinnen der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Abrechnung in nur zwei Stunden Ein „unschlagbarer Vorteil“ der HZV sei die einfache Abrechnung, erklärte Bublitz. Innerhalb von zwei Stunden sei die Quartalsabrechnung erledigt, für die KVAbrechnung benötige sie jedes Mal mehrere Tage. Ein weiterer Vorteil: Dank der guten und planbaren Vergütung konnte eine junge Kollegin als Fachärztin in Weiterbildung eingestellt werden, um den gestiegenen Versorgungsbedarf bewältigen zu können. Gerade für den ländlich geprägten Hohenlohekreis sei es schwierig, geeignete Bewerber zu finden, betont Bublitz. Hier seien deshalb auch die Gemeinden verstärkt gefordert. Außerdem konnten sich zwei MFA als Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH®) qualifizieren. Eine der beiden kümmert sich im Fallmanagementprogramm PraCMan speziell um multimorbide Patienten.

Positiv sehen die beiden Hausärztinnen, dass an die HZV verschiedene Facharztverträge gekoppelt sind. Das stärke die Lotsenfunktion des Hausarztes und fördere die koordinierte Versorgung in Zusammenarbeit mit den fachärztlichen Kollegen, so Bublitz. „Im Facharzt-Progamm hat der Arzt mehr Zeit, insbesondere für schwer kranke Fälle. Das ist ein Grund für die Abnahme unnötiger Klinikeinweisungen”, bestätigte der im benachbarten Öhringen niedergelassene Kardiologe Dr. Friedhelm Gerst.

Kooperationen fördern

Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg verwies in dem Erfahrungsaustausch auf entsprechende Ergebnisse der von Anfang an begleitenden wissenschaftlichen Evaluation der Haus- und Facharztverträge. Durch die optimierte ambulante Versorgung würden so allein bei Herzpatienten pro Jahr rund 4.000 unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden (Mehr: www.neueversorgung. de).

„Ärztliche Kooperationen, in denen multiprofessionell gearbeitet wird, verdienen unsere volle Unterstützung“, betonte denn auch Minister Lucha. Um einer älter werdenden Bevölkerung auch auf dem Land eine gute gesundheitliche Versorgung sichern zu können, sollten Haus- und Fachärzte, Pflegedienste und weitere Organisationen noch enger zusammenarbeiten, erklärte Lucha.

(J. Stoschek)

PDF