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Leserbriefe

Weiterbilder besser vergüten

Betreff: Offener Brief an Gesundheitsministerium, KBV, Krankenkassen, Ärztekammern, DEGAM und KV Sachsen

Alle Welt fordert Nachwuchs im Bereich Hausärzte. (…) Doch wer gewährleistet die (...) geforderte letzte zweijährige Ausbildung zu Landärzten? Wer stemmt das Ganze, wer bildet überhaupt aus? Wer sorgt dafür, dass diese jungen, dann fertigen Fachärzte, auch hier bleiben und sich niederlassen? Um ein sachgerechtes Heranführen an das riesige Fach der Allgemeinmedizin zu gewährleisten und die Verantwortungsübernahme durch den weiterbildenden Hausarzt relativ übersichtlich zu gestalten, bietet sich die Ausbildung junger Ärzte zu (…) Fachärzten für Allgemeinmedizin in vier Blöcken an: (…)

1. Block: Hospitation während der Sprechstunden im Sprechzimmer des weiterbildenden Land-Arztes, Haus-/ Heimbesuche Weiterbilder und Arzt in Weiterbildung zusammen

2. Block: Selbstständiges Arbeiten/ Behandeln (...) während der Sprechstunden im Beisein der Ausbilder (…). Haus- und Heimbesuche beide Ärzte gemeinsam, aber auch Rollenwechsel

3. Block: Selbstständiges Arbeiten im Nachbarzimmer in der Praxis während der Sprechstunden, die ausbildende Ärztin steht jederzeit für Fragen zur Verfügung, routinemäßige Haus- und Heimbesuche selbstständig vom AiW absolvierend, aber (…) im Wechsel: einmal AiW, einmal Landarzt; Ausbilder ständig per Handy verfügbar, Auswertung im Anschluss, Notfallhausbesuche gemeinsam

4. Block: Selbstständiges Arbeiten in der Praxis, Notfalldienste, auch als Vertretung (…), ausbildender Arzt per Handy immer für Fragen erreichbar, Haus-und Heimbesuche führt der AiW selbstständig aus. Auswertung und Besprechung im Anschluss, Ausbilder kontrolliert und überwacht Therapien. Stand by während der ganzen 24 Monate in der Landarztpraxis Vermittlung von folgenden Grundlagen durch den weiterbildenden Arzt: (…)

  • medizinische Kenntnisse (…) wie das Erlernen kleiner Op, Verbände, Impfungen, Infusionen, Blutabnahmen, Laborvorgaben.

  • wirtschaftliche Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln (…)

  • Diagnosestellung und Therapie, die (...) überwiesen gehören (…)

  • Vermittlung von Wissen über Abrechnungsregeln, Gutachtenerstellung und Liquidation, (...) Steuerfragen, Buchhaltung, Kassenbuchführung, Kreditwesen, Krankenkassen

  • Betreuung von Patienten in Pflegeheimen, Hausbesuchspatienten, Sitz- und Notfalldienste (…)

  • Betreuung und Neueinschreibung von Patienten in Programmen, speziell DMP

  • Zusammenarbeit mit Apotheken, (…) Kliniken, Laborärzten, Pflege (…)

  • Erlernen von Fertigkeiten, die als Landarzt obligat (Notfallversorgung, EKG, Defi, Dermatoskop, Spirometrie, ABI, Labor, diverse Sehtests etc.) oder fakultativ (Sonografien, Akupunktur, Physiotherapie etc.) sind (…)

Nach meinen Erfahrungen und in Anbetracht der Fülle des zu vermittelnden Stoffes ist es unumgänglich, in die dreijährige Ausbildung im Fach Innere Medizin, vierteljährige Ausbildungsblocks in den Fächern Geriatrie, Kinderheilkunde, Gynäkologie, Psychiatrie, HNO und Chirurgie zu implementieren, damit Grund-Kenntnisse in diesen Fachrichtungen in der Ambulanz bereits zur Verfügung stehen.

Weiterhin sollte sich grundlegend die (…) Vergütung für die ausbildenden Ärzte, die sich zurzeit meines Wissens auf Null beläuft, ändern. Kostenübernahmen im fünfstelligen Bereich, der auf die Arbeitgeber, nämlich die ausbildenden Ärzte, zurückfallenden Arbeitgeberanteile für die AiW sind unumgänglich.

Dr. Benita Martin, Chemnitz

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