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Kopfschüttel-Test weist auf Schwindelursache hin

Ohne großen Aufwand kann der Kopfschütteltest schnell eine zentrale Ursache für Schwindel anzeigen, meinen Ärzte aus Brasilien und den USA. Können Patienten das Augenzittern nicht unterdrücken, sei dies sehr wahrscheinlich auf Schäden im Kleinhirn zurückzuführen, schreibt das Team um Dr. Francisco Carlos Zuma e Maia. Der Umkehrschluss gelte aber nicht, da teilweise Patienten mit entsprechenden Hirnschädigungen die Fähigkeit erhalten bleibt, Nystagmus zu unterbinden. Wie funktioniert der Test?

  • Für zehn Sekunden dreht der Arzt den Kopf des Patienten horizontal zwei- bis dreimal pro Sekunde hin und her.

  • Nun muss der Patient eine Minute still sitzen bleiben, ohne den Kopf zu bewegen.

  • Jetzt nimmt der Patient das Kinn zur Brust und verweilt so eine weitere Minute.

Zuma e Maia prüfte den Test allerdings nur bei 39 Patienten, davon elf mit zentralnervöser Schwindelursache (Infarkte oder Tumoren) und 28 mit peripherer vestibulärer Hypofunktion. Patienten mit benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPPV) waren nicht eingeschlossen. Während des Tests zeichnete eine Videookulografie die Augenbewegungen auf.

Bei Patienten mit peripherem Vestibularsyndrom halbierte sich nach dem Kopfneigen die Geschwindigkeit der Augenbewegung im Mittel von 8,4 auf 4,2 Grad/s. Bei denjenigen mit zentralnervöser Ursache zeigten drei nach dem Kopfschütteln einen Downbeat Nystagmus (15,9 Grad/s) auch bei Neigung (15,7 Grad/s). Die anderen acht entwickelten ein linksoder rechtsschlagendes Augenzittern (11,2 Grad/s), das die Kopfneigung nicht verbesserte, sondern teils verstärkte (11,4 Grad/s).

Laut DEGAM-Leitlinie Nr. 17 „Akuter Schwindel in der Hausarztpraxis“ kann nur bei 40 Prozent der hausärztlichen Patienten der Schwindel einer Diagnose zugeordnet werden. Davon entfällt die Hälfte auf BPPV.

Quelle: J Neurol 2017; 264: 1264

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