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Was machen Patienten in Europa bei Erkältungen?

In 14 Ländern Europas wurden Hausarztpatienten befragt, was sie selbst gegen Erkältungen tun. 3.074 Patienten (durchschnittlich 46,7 Jahre alt, 41 Prozent mit mindestens einer chronischen Erkrankung) füllten einen Fragebogen dazu aus. Nahezu alle (99 Prozent) setzen irgendeine Art von Maßnahme ein.

Durchschnittlich greifen die Befragten zu 11,5 unterschiedlichen Maßnahmen. Das Anwendungsmuster unterscheidet sich in verschiedenen Ländern nur wenig. Am häufigsten werden bestimmte Nahrungsmittel und Getränke wie Wasser, Honig, Orangen oder Orangensaft (die drei am häufigsten genannten Dinge) genutzt. Gleich populär wie die Aufnahme von Orangen sind Paracetamol und Bettruhe (jeweils 38 Prozent der Befragten).

Immerhin zwölf Prozent nehmen alkoholische Flüssigkeiten zu Heilungszwecken zu sich. Als seltene und eher exotische Maßnahmen werden das Gurgeln mit Backpulver, Essig oder Öl und Wickel mit Meerrettichquark berichtet. 62 Prozent nehmen irgendein Medikament ein, am häufigsten Schmerzmittel, gefolgt von Nasenspray und Halstabletten. Durchschnittlich geben die Befragten 10,80 Euro pro Erkältung aus.

Fazit: Nahezu alle Patienten bekämpfen eine Erkältung selbst, meist mit einer ganzen Reihe von nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen. Europaweit unterscheiden sich dabei grundlegende Anwendungsmuster nicht.

Thielmann A, Gerasimovska-Kitanovska B, Buczkowski K, et al. Self-Care for Common Colds by Primary Care Patients: A European Multicenter Survey on the Prevalence and Patterns of Practices—The COCO Study. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 2016 DOI:10.1155/2016/6949202

(S. Gehrke-Beck, P. Leson)

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