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OSAS: Ein Risiko für viele Erkrankungen

Das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) ist keine seltene Erkrankung, betroffen sind nämlich 25 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer über 60 Jahre. Es führt dazu, dass die betroffenen Patienten nicht die für die Erholung wichtigen Tiefschlaf-und Traumschlafphasen erreichen. Folge ist, dass sie sich tagsüber müde fühlen und an Konzentrationsstörungen leiden. Auch führt dies zu einer Störung des kardiovaskulären Systems.

So hat das OSAS entscheidende Bedeutung für die Entstehung und Verschlechterung vieler Erkrankungen wie Hypertonie, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen inclusive Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, KHK und akuter Herztod. Auch eine Demenz und der kognitive Abbau verschlechtern sich bei einer OSAS. Ein bisher wenig beachtetes Phänomen ist das OSAS bei Schwangeren und seine Auswirkungen auf das Kind. Beim OSAS besteht neben der Eigengefährdung auch eine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung; denn es ist keine seltene Ursache für einen Verkehrsunfall und auch die Unfallneigung am Arbeitsplatz ist signifikant erhöht.

In der aktualisierten S3-Leitlinie wird als Standardtherapie eine PAP-Therapie mittels Atemmaske empfohlen. Zusätzlich ist bei adipösen Patienten dringend eine Gewichtsreduktion anzustreben. Eine medikamentöse Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Einstellung sollte polysomnographisch und unter kontinuierlichen Überwachungsbedingungen erfolgen. Auch sollte eine polysomnographische Kontrolle regelmäßig erfolgen. Entscheidend für den Therapieerfolg ist nämlich eine optimale Einstellung der Maskenbeatmung.

Daran sollte man insbesondere bei weiterbestehenden Beschwerden denken. Nicht selten gibt es auch Probleme mit der Adhärenz. Eine Alternative für die Maskenbeatmung ist bei einem leichten bis mittelgradigen OSAS die Unterkieferprotrusionsschiene. Für Patienten, bei denen eine Maskenbeatmung nicht möglich ist, gibt es heute als neues Verfahren die Implantation eines Zungenschrittmachers.

Quelle: 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM), 1. – 3.12. 2016 in Dresden

(P. Stiefelhagen)

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