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Im Ländle gibt es nicht nur Stuttgart 21!

Mit Bahnhöfen, Zugfahrplänen und Trassenführung haben Hausärzte von Berufs wegen eher weniger zu tun. Sie haben dafür ein eigenes Großprojekt: „Hausarzt 21“. Die Sicherung der flächendeckenden hausärztlichen Versorgung ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte und bedarf mindestens genauso dringend wie das in Baden-Württemberg viel diskutierte Bahnprojekt einer „Weichenstellung“ von Politik und Hausärzteverbänden.

Die Grundproblematik ist schon lange bekannt: In Deutschland fehlt es an Hausärzten! Dabei hat der Hausärzteverband Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit seinen Partnern aus Politik und Gesundheitswesen in der letzten Zeit schon einiges bewegt: Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) sorgt dafür, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Praxisgründung oder -übernahme in Baden-Württemberg hervorragend sind und Dank der Arbeit der „Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg“ entdecken immer mehr Medizinstudierende und Ärzte in Weiterbildung, dass sich Hausarzt werden lohnt – beruflich und privat.

Trotzdem aller Bemühungen stellt sich aber weiterhin die Frage: Wie sieht die hausärztliche Versorgung der Zukunft angesichts des drohenden Hausärztemangels aus und wie entwickelt sich das Berufsbild? Auf dem 15. Baden-Württembergischen Hausärztetag in Stuttgart steht genau diese Frage im Fokus. Im Rahmen der großen Podiumsdiskussion am 18. März diskutieren Hausärzte gemeinsam mit Vertretern der Universität Tübingen, des Hausärzteverbandes, der KassenärztlichenVereinigung, von Medi und der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft AG ihre Zukunftsideen und -visionen.

Abgesehen von den politischen Programmpunkten hat der Hausärzteverband Baden-Württemberg auf seinem diesjährigen Hausärztetag wieder ein spannendes Programm mit vielen Fortbildungen und Workshops für Hausärzte und Medizinische Fachangestellte zusammengestellt. Im Notfalltraining für Arztpraxen trainieren Rettungssanitäter des Roten Kreuzes mit dem ganzen Praxisteam häufig auftretende Notfallsituationen. Im Seminar „Praxisgründung, Praxisübernahme und Praxisabgabe“ informieren Rechtsexperten Praxisinhaber, die sich frühzeitig mit dem Verkauf ihrer Praxis und mit den nötigen strategischen, betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Überlegungen auseinandersetzen möchten.

Das Team der Perspektive Hausarzt Baden-Württemberg widmet sich dagegen dem Thema „Hausarztpraxis und Web 2.0“ und vermittelt Grundlagenwissen rund um das Arbeiten mit dem Internet, die eigene Praxishomepage und die Nachfolgersuche im Web. Ein großer Teil des Hausärztetages widmet sich wie gewohnt der Hausarztzentrierten Versorgung und macht Hausärzte und Medizinische Fachangestellte in verschiedenen Seminaren fit für die HZV.

Sie sind eingeladen!

Der 15. Baden-Württembergische Hausärztetag findet vom 17. bis 18. März 2017 im Maritim Hotel in Stuttgart statt. Die Podiumsdiskussion zum Thema „Hausarzt 21 – Zukunftsideen der hausärztlichen Versorgung“ beginnt am 18. März um 10 Uhr. Das vollständige Programm und das Anmeldeformular zu den Workshops und Seminaren finden Sie im Web auf www.hausarzt-bw.de.

(J. Rettig)

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