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Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

Nanopartikel aus Verbrennungsmotoren können Viren aktivieren, die in der Lunge ‚ruhen‘. Das fanden Forscher des Helmholtz Zentrums München heraus (DOI 10.1186/s12989-016-0181-1), wie die Institution mitteilt. Um dem Immunsystem zu entgehen, verbergen sich einige Viren in Zellen ihres Wirtes und verharren dort. Man nennt diesen Zustand „latente Infektion“. Wird das Immunsystem geschwächt oder ändern sich bestimmte Bedingungen, werden die Viren wieder aktiv, beginnen sich zu vermehren und zerstören die Wirtszelle. Dies können auch Nanopartikel auslösen, berichten die Forscher.

„Aus Modellstudien wussten wir bereits, dass das Einatmen von Nanopartikeln eine entzündliche Wirkung hat und das Immunsystem verändert“, so Dr. Tobias Stöger vom Institut für Lungenbiologie. Nun konnten die Forscher zeigen, dass „eine Exposition mit Nanopartikeln in der Lunge latente Herpesviren reaktivieren kann.“

Konkret testeten die Wissenschaftler den Einfluss von Nanopartikeln, wie sie typischerweise bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern entstehen, in einem Versuchsmodell für eine bestimmte Herpesvirusinfektion. Dabei stiegen virale Proteine deutlich an, die nur bei aktiver Virusvermehrung produziert werden. „Auch Stoffwechsel-und Genexpressionsanalysen ergaben Muster wie bei einer akuten Infektion“, so Philippe Schmitt-Kopplin, Leiter der Abteilung für Analytische BioGeoChemie.

Weitere Experimente mit menschlichen Zellen belegten zudem, dass auch Epstein-Barr-Viren bei einem Kontakt mit den Nanopartikeln ‚geweckt‘ werden. In weiteren Studien wollen die Forscher testen, ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Denn: „Viele Menschen tragen Herpesviren in sich und Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose sind dabei besonders betroffen“, so Heiko Adler vom Helmholtz Zentrum München.

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